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Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen
WPF Analyse - Material und Konstruktion

MAPPING NRW - STADTSPAZIERGÄNGE

Viele Prinzipien, die wir heute als zukunftsweisend ansehen – ressourcenschonendes, materialspezifisches und zirkuläres Bauen – sind bereits in dem regionalen Bauen des 16.-19. Jhd. wiederzufinden. Gebaut wurde mit den Materialien, die die Region bot. Dabei kamen vor allem regenerative Baustoffe in dauerhaften Konstruktionsweisen zum Einsatz. Diese ortsgebundene Materialwahl ermöglichte nicht nur ein ausgewogenes Raumklima durch die natürliche Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern prägte zugleich den architektonischen Ausdruck und die Konstruktion der Gebäude. Die Fügungsweisen des Fachwerkbaus erlaubten einen einfachen Rück- und Wiederaufbau, sodass einzelne Bauteile flexibel ersetzt werden konnten. Massive Bauwerke aus lokalem Stein oder Lehm hingegen beweisen seit Jahrhunderten ihre Beständigkeit.

In dem Wahlpflichtfach „mappingNRW – Stadtspaziergänge“ wollen wir uns mit den Stadt- und Bürgerhäusern aus dem 16.-19. Jhd. auseinandersetzen und prüfen inwieweit wir aus vergangenen Bauweisen lernen können und welche Potenziale die hybriden und massiven Konstruktionsweisen für eine Adaption an heutige Anforderungen des Bauens aufweisen.

Im Sommersemester 2026 liegt der Schwerpunkt auf der konstruktiven Analyse von Stadthäusern. Dabei stellen wir uns den Fragen:
Wie wurde mit den regenerativen Materialien konstruiert und wie prägen die materialspezifischen Konstruktionsprinzipien den architektonischen Ausdruck der Gebäude?
Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der Konstruktion, dem Material und dem architektonischen Erscheinungsbild des Gebäudes und welche Transformation bedarf es, damit die regionalen Baustoffe auch unter den heutigen Anforderungen und Bedingungen erfolgreich eingesetzt werden können?

Anhand von geführten Stadtspaziergängen mit fachkundigen Experten:innen aus der Denkmalpflege und Architekturbranche wird den Studierenden direkt vor Ort Einblicke in die konstruktiven und struktiven Prinzipien der Stadthäuser gegeben. Mithilfe von Kartierungen und den Stadtspaziergängen entwickeln wir mit den Studierenden gemeinsam ein Gespür für die lokale Baukultur in Nordrhein-Westfalen. Dabei lädt das Wahlpflichtfach dazu ein regionale Konstruktionsweisen zu analysieren, um daraus Erkenntnisse für zukunftfähige hybride Konstruktionen zu gewinnen.